Meta-Ikon (Prolog) / 2012

Meta-Ikon (Prolog) / 2012

Ort:
SEPTEMBER

Zeitraum:
9.10. – 03.11.2012

Art:
Gruppenausstellung

Web:

www.frontviewsgallery.de
www.september-berlin.com/exhibition/review/72/en

Künstler:
Marc Bonnetin, Frank Eickhoff, Heike Gallmeier, Mirko Martin, Noé Sendas, Ming Wong

Web:

Frank Eickhoff
Mirko Martin
Noé Sendas
Ming Wong

Notizen:
Mit der freundlichen Unterstützung von SEPTEMBER Berlin

»Meta-Ikon« (Prolog)

fotografische Zugriffe auf die Kultur der Bilder

Oft ist die Klärung des Titels die beste Einführung:
Heute fester Bestandteil der Deutschen Sprache, kommen sowohl „Meta-“ als auch „Ikon“ (Mehrzahl: die Ikone) aus dem Altgriechischen und führen eine Breite von Bedeutungen. Für diese Ausstellung wird „meta-“ im Sinne von „nach“ sowohl im räumlichen als auch zeitlichen Sinn oder auch mit “über“ / “über hinaus“ verwendet; „Meta-Ikon“ bedeutet so „Nach-Bild“ oder „Über-Bild“. Es ist ein Bild, welches im Rückgriff auf ein anderes gemacht wurde, über ein anderes handelt und damit auch über ein ursprüngliches Bild hinaus weist.

Die Fotografie, als das wesentliche, moderne Medium der Bildfixierung und Bilderzeugung, bildet den aktuellen Schauplatz einer sich ausbreitenden Inbesitznahme etablierter Bildwelten. Eine wachsende Zahl von Künstlern setzt sich nicht mehr mit der direkten, sozialen Umwelt auseinander, sondern mit den schon bestehenden Bildern der Umwelt des westlichen Kulturguts aus Malerei, Fotografie oder Film. Durch unterschiedliche Strategien und Arten der Inszenierung werden Erinnerungen an die Ikone unseres kulturellen Gedächtnisses in neue Werke transformiert.

In den neu entstehenden Arbeiten bleiben die Originale präsent, sei es im direkten Wiedererkennen oder als wage Resonanz auf die spezifische Ästhetik der verinnerlichten Bilderwelten. Dennoch sind diese Bilder anders, neu, einzigartig und gerade in der Hybris des „unheimlich Vertrauten“, des „gestörten Erkennens“ untergründig irritierend und befremdlich. Der individuelle Zugriff der gezeigten Künstler implantiert das Neuartige, das “noch Fremde“ in den visuellen Kanon unserer vertrauten Kultur.

Im Überblick der Gruppenausstellung soll deutlich werden, wie Unterschiede in Thematik, Konzept und Technik den Zugriff prägen und das entstehende Kunstwerk so zu einem einzigartigen „Meta-Ikon“ wird.

Stephan Köhler